Welche Berufsbezeichnungen sind geschützt?
Die Bezeichnung „Psychotherapeutin“ / „Psychotherapeut“ ist durch das Psychotherapeutengesetz geschützt: Sie setzt eine Approbation voraus. Wer sie ohne Approbation führt, riskiert Abmahnung und Bußgeld – unabhängig davon, wie gut die eigene Ausbildung ist.
Als Heilpraktiker:in für Psychotherapie darfst du genau das schreiben: „Heilpraktiker:in für Psychotherapie“ (bzw. „Heilpraktiker:in, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie“). Methodenbezogene Bezeichnungen wie Körpertherapeut:in, Traumatherapeut:in oder NARM-Therapeut:in sind möglich, solange sie nicht den Eindruck einer staatlichen Zulassung erwecken, die du nicht hast. Und wer approbiert ist, führt seine Approbation selbstverständlich – die einfachste Regel für alle: Schreib, was in deinen Urkunden steht.
Was sagt das Heilmittelwerbegesetz?
Das Heilmittelwerbegesetz (HWG) gilt für Werbung rund um Heilbehandlungen – auch für Heilpraktiker:innen. Der Kern ist einfach: irreführende Werbung ist verboten. Dazu gehören Erfolgs- und Heilungsversprechen („garantiert beschwerdefrei“), Wirkaussagen, die sich nicht belegen lassen, und Werbung, die Angst erzeugt, um Behandlungsdruck aufzubauen.
Bei Erfahrungsberichten, Vorher-Nachher-Darstellungen und ähnlichen Formaten ist die Rechtslage einzelfallabhängig – hier entscheiden Gerichte über Formulierungen, nicht über Absichten. Die praktische Faustregel: Was du nicht belegen kannst, versprichst du nicht. Und was sich nur mit juristischer Prüfung sicher sagen lässt, lässt du im Zweifel weg.
Was darfst du problemlos schreiben?
Mehr, als viele denken. Erlaubt und sinnvoll ist alles, was ehrlich beschreibt statt verspricht:
- Dein Ansatz in deinen eigenen Worten – wie du arbeitest und was Menschen bei dir erwartet.
- Mit wem du arbeitest und für wen deine Arbeit nichts ist. Gerade das Zweite schafft Vertrauen.
- Deine Ausbildung und Qualifikationen – so, wie sie tatsächlich heißen.
- Dein Honorar und die Selbstzahler-Klarheit: privat bezahlt, Rechnung nach jeder Sitzung.
- Wie ein erster Kontakt abläuft – Kennenlernen, Dauer, was danach passiert.
Formulierungen: sicher vs. riskant
Was dieser Beitrag ist – und was nicht
Eine Orientierung für den Alltag, geschrieben für Therapeut:innen, die ehrlich über ihre Arbeit schreiben wollen. Keine Rechtsberatung – und kein Anspruch auf Vollständigkeit: Berufsrecht, Wettbewerbsrecht und Fallrecht ändern sich. Wenn du eine konkrete Formulierung absichern willst oder eine Abmahnung bekommen hast, ist eine auf Medizin- oder Wettbewerbsrecht spezialisierte Kanzlei der richtige Weg.
